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An dieser Stelle
werden wir Ihnen in loser Reihenfolge von Fällen aus unserer Praxis berichten.
Selbstverständlich
finden Sie hier keine Echtdaten oder Hinweise auf unsere Kunden.
Aber mit diesen kleinen „Kriminalgeschichten“ möchten
wir Ihnen unsere Arbeit ganz praktisch vorstellen, insofern entsprechen
alle Handlungsweisen der Realität und sind lediglich verfremdet
worden.
S E R G E J
Im Januar 2001 gingen bei einem deutschen Unternehmen in Berlin immer mehr Kundenbestellungen über
das Internet ein. Das Unternehmen belieferte kleine und mittlere Betriebe in
ganz Deutschland mit Waren und verstärkte seine Präsenz im Onlinehandel.
Bestehende Kunden konnten bei Bestellungen die Möglichkeit nutzen, eine
abweichende
zweite
Lieferadresse für die Ware anzugeben.
So wurde dann auch eine Bestellung im Wert von 65.000 EUR nach
Stuttgart (mit neuer Lieferanschrift) ausgeliefert und dort vom
Kurier ordnungsgemäß ausgehändigt. Allerdings stellte
sich kurze Zeit später heraus, dass der Kunde diese Bestellung
nicht platziert hatte.
Ermittlungen durch die Polizei und die Sicherheitsabteilung des Berliner Unternehmens
verliefen negativ. Zu dem Zeitpunkt ging man von Innentätern aus.
Kurze Zeit später erfolgte wieder eine ähnliche Bestellung.
Diesmal allerdings wurde die Ware nicht in einer Lieferung, sondern
in zwei Teillieferungen ausgeliefert. Bei der zweiten Lieferung
waren corma Mitarbeiter zusammen mit der örtlichen Polizei
anwesend und 3 Personen aus der Ukraine und Weißrussland
wurden festgenommen.
Ursächlich für den Erfolg waren ein aufmerksamer Kunde, der die
falsche Bestellung schnell bemerkt hatte und eine optimale Vorbereitung für
die Zusammenarbeit mit der lokalen Polizei. Die gesamte Ware im Wert von 55.000
EUR wurde dann im Zuge weiterer Ermittlungen durch die Polizei sichergestellt.
Die Anzahl dieser Fälle nahm von nun an stetig zu und erreichte
in 2002 mit 35 Fällen im Wert von 320.000 EUR seinen Höhepunkt.
Gegenmaßnahmen durch das Berliner Unternehmen wurden immer
wieder von den „Bestellern“ unterlaufen. Immer wieder
wurden andere Kundendaten zur Bestellung genutzt, fast immer waren
Personen aus dem Ostblock neue Empfänger der Ware.
Der Durchbruch kam dann im Juli 2002. Sofortige Ermittlungen nach
Eingang einer weiteren Bestellung führten zur Befragung eines „Adressaten“ durch
corma. Hierbei zeigte sich dieser Mann sehr kooperativ und führte
uns nunmehr auf die Spur von Sergej.
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Der Mann namens Sergej hatte auf Websites
für russische Bürger in Deutschland (Diskussionsforen) „Stellenanzeigen“ geschaltet.

„Trustworthy person in Germany for simple
tasks wanted. Details via e-mail“
Auf eine E-Mail Anfrage kam dann als
Antwort:
>>
Sehr geehrter Surffreund,
nun schreibe ich Ihnen Genaueres. Unsere Gesellschaft besteht
im Prinzip aus einem Dutzend von Leuten, die quer über die
GUS-Staaten verteilt sind und wir sind keine offiziell registriertes
Unternehmen. Aber wir verfügen über
große Erfahrung in der Arbeit auf unserem Gebiet. Wir beschäftigen
uns von hier aus mit der Entwicklung von Software für den Westen. Aber
in letzter Zeit haben wir als Vermittler begonnen. Wir finden im Westen (Europa,
Westeuropa) Auftraggeber, hier fachmännische Auftragnehmer und erhalten
unsere Prozente vom Honorar für den ausgeführten Auftrag.
Ich habe hier mit meinem Auftraggeber folgendes vereinbart: Er kann für
unser Geld in Online-Geschäften in Deutschland mehrere Komponenten für
Computer und Notebooks kaufen. Es ist so, daß es bei uns in der Ukraine
solche Markentechnik nicht gibt. Der Chef bestellt also zunächst 2-3 Notebooks.
Aber es ist so, daß er weder Zeit noch Lust hat, sich mit dem Versand
dieser Notbooks in die Ukraine zu beschäftigen. Ich dachte, man könnte
es so machen: Der Chef bestellt die Notebooks auf Ihre Adresse (er bezahlt
sie
entweder über
sein Konto oder per Kreditkarte), Sie erhalten die Ware und schicken sie per
Post an die Adresse, die ich Ihnen angeben werde. Wissen Sie, diese Technik
kann man bei uns sehr leicht verkaufen, denn es gibt sie nirgendwo, und Interessenten
gibt es viele. Die Kosten für den
Versand gehen zu meinen Lasten + als Bezahlung für Ihre Leistungen 50
Dollar für jede Sendung. So
könnte man 3-4 Sendungen pro Woche machen. Die Sendungen sind von den
Abmessungen her nicht groß.
Wenn Sie wollen, können Sie die Kiste einfach aufmachen und sich davon überzeugen,
daß dort ein Computer und keine Bombe oder sonst etwas drin ist. Wenn
Sie einverstanden sind, schreiben Sie mir Ihre Privatanschrift und warten Sie
auf
die Sendung. Wenn Sie möchten, kann ich
den Chef bitten, daß er für sie auch irgendeinen Technikartikel
bestellt, wenn Sie etwas brauchen....<<
weiterlesen...
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