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Steganographie – verborgenes
Schreiben:
Wenn das Foto vom harmlosen Sonnenuntergang hochsensible Firmendaten
enthält...
Geheimschriften sind seit Jahrtausenden bekannt.
Sie sind deshalb geheim, weil sie das Ziel verfolgen, Nachrichten
so zu verschlüsseln,
dass sie möglichst niemand ent-schlüsseln und so lesen
kann.
Und doch gibt es etwas, was noch geheimer ist als jede Geheimschrift:
Die Existenz einer verborgenen Botschaft so zu verschleiern, dass
kein Außenstehender weiß, dass jemand einen Geheimcode
verwendet.
Diese Methode wird Steganographie (aus dem Griechischen ‚verborgenes
Schreiben’) genannt und hat längst Eingang gefunden in
das digitale Zeitalter.
Erinnern Sie sich: Haben auch Sie als Kind mit Zaubertinte oder
Zitronensaft experimentiert, um Freundinnen und Freunden Botschaften
zukommen zu lassen?
Dann haben sie damit erste Erfahrungen im Bereich der Steganographie
gewonnen.
Verborgenes Schreiben an sich ist nichts Neues und wurde schon
in antiken Zeiten praktiziert:
Wurden Sklaven Köpfe geschoren, um ihnen auf die Kopfhaut
eine Nachricht zu tätowieren, die nach dem Nachwachsen der
Haare dann verborgen war, gibt es heute - nach Entwicklung der
Computer -natürlich eine moderne Form unsichtbarer Nachrichten.
Erkennen Sie den Unterschied?
Bild
1 Bild 2
Klicken Sie hier
zum Detailvergleich.
Zwei Bilder, die – so könnte man meinen – identisch
sind.
Und doch: Eines der Bilder enthält (real-steganographierte
Datei nur auf Detail-Klick) eine Excelliste namens kundendaten.xls
mit hochsensiblen Firmendaten.
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Des Pudels Kern liegt in den Bits
Nicht nur Bilder, sondern auch Tondateien können durch Steganographie
versteckte Textdateien enthalten.
Audio- und Bilddateien sind wie alle digitalen Daten nichts anderes
als simple, aufeinanderfolgende Byteblöcke. Ein Byteblock umfasst
8Bits und kann die Zahlen 0 bis 255 darstellen.
Möchte man nun eine Geheimbotschaft in dieser Datei verbergen,
manipuliert man in jedem Byteblock ein bestimmtes Bit – bevorzugt
das letzte Bit eines jeden Blocks, das am wenigsten Einfluss hat.
Besitzt die erste Zahl einer solchen Zahlenreihe die größte
Bedeutung, spricht man von dem ‚most significant bit’,
während die Zahl am Ende einer langen Reihe meist als ‚least
significant bit’ (kurz LSB) bezeichnet wird. Die zu versteckende
Datei wandert auf diese Weise Stück für Stück oder
Bit für Bit in die betreffende Ton- oder Bilddatei. Die Manipulation
ist bei Bildern und auch auf Audiodateien zunächst kaum nachweisbar,
da die Gesamtdatei nur minimal geändert wurde: Nämlich
um maximal 1/256 (Zahlen 0-255), also um 0,39 %. Und in diesem Prozentbereich
ist die Manipulation bei Audiodateien kaum oder nicht hörbar
und bei Schwarz-Weiss-Bildern noch schwerer zu erkennen.
Schwierige Spurensuche
In einer hochauflösenden Grafikdatei lassen sich auf diese Art
sehr einfach große Datenmengen verstecken und transportieren.
Gute Zeiten also für diejenigen, die unauffällig hochsensible
Firmendaten aus seinem Unternehmen schmuggeln möchten? Teilweise.
Denn bisweilen müssen nicht einmal Programme auf einen Rechner
installiert werden, um eine steganographierte Datei zu erzeugen.
Ein simpler USB-Stick reicht. Demnach kann auch eine computerforensische
Untersuchung der Festplatte keine Hinweise darauf finden.
Dennoch sind IT-Ermittler und Computerforensik-Agenturen wie corma
auch diesen härtesten Fällen von IT-Kriminalität auf
der Spur. Denn spezielle Dateifragmente, die bei einer Steganographierung
entstehen, lassen sich bisweilen sehr wohl auffinden – wenn
man um diese Restspuren weiß. Mit diesem Know-how und neuester
Technologie lässt sich dann beispielsweise feststellen, was
niemand mit dem bloßen Auge sehen kann: Beim linken Bild1
handelt es sich um eine steganographierte Datei.
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